Kratom und Drogentests: Besteht die Gefahr, dass der Kratomkonsum erkannt wird?
Die Popularität von Kratom nimmt nicht nur in Tschechien, sondern auch weltweit zu, vor allem aufgrund seiner stimulierenden und beruhigenden Wirkung. Manche halten es für ein Naturprodukt, andere für eine Droge. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie sich Kratom im Drogentest verhält und ob die Substanz im Körper nachgewiesen werden kann.
Ist Kratom eine Droge oder nicht?
Da Kratom nicht auf der Liste der psychoaktiven Substanzen steht, kann es als natürliches Stimulans angesehen werden. Es wirkt anregend oder beruhigend und die Suchtgefahr ist eher gering. Dennoch besteht ein gewisses Suchtpotenzial. Es ist auch nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Gleichzeitig ist es keine verbotene Substanz. In anderen europäischen Ländern sieht die Situation jedoch anders aus.
Kratom im Drogentest
Drogentests sind heutzutage in der Berufswelt und im Sportbereich weit verbreitet. Sie sind sogar Teil medizinischer Untersuchungen. Viele Kratomkonsumenten fragen sich, ob ein Drogentest das Vorhandensein dieser Substanz in ihrem Körper nachweisen kann. Die meisten Standard-Drogentests sind auf den Nachweis bestimmter Substanzen wie THC, Amphetaminen, Kokain, Opiaten oder Benzodiazepinen ausgelegt. Alkaloide, also die in Kratom enthaltenen Substanzen, gehören nicht dazu.
Das bedeutet, dass herkömmliche Tests Kratom im Körper normalerweise nicht nachweisen. Kratom wird nämlich nicht als illegale Droge eingestuft und daher wird in der Regel nicht auf seine spezifischen Alkaloide getestet. Da sich die in Kratom und in Opiaten enthaltenen Substanzen in ihrer chemischen Struktur voneinander unterscheiden, reagieren Opiattests nicht auf Kratom.

Falsch positives Ergebnis
In einigen Fällen kann Kratomkonsum jedoch zu einem falsch positiven Ergebnis bei einem Opiattest führen. Dies liegt an der chemischen Ähnlichkeit der in Kratom enthaltenen Alkaloide mit den in Opiaten enthaltenen Substanzen. Es hängt jedoch alles von der jeweiligen Testart ab. Solche Fälle treten nicht sehr häufig auf. Sollte es dennoch vorkommen, kann ein Bestätigungstest durchgeführt werden, beispielsweise mittels Gas-Chromatographie. Dieser Test kann nachweisen, ob tatsächlich Opiate im Körper vorhanden sind.
Spezialtests für Kratom
Neben den regulären Drogentests gibt es auch spezielle Kratom-Tests. Diese dienen dem Nachweis von Alkaloiden im Blut oder Urin. Sie werden hauptsächlich in toxikologischen Laboren und überall dort eingesetzt, wo das Vorhandensein von Kratom nachgewiesen werden muss. Zusätzlich zu diesen Tests gibt es auch Heimtests zum schnellen Nachweis von Kratom im Urin.

Polizeiliche Kratomtests
Was die Frage betrifft, ob die Polizei eine Person auf Kratom testen darf, so ist diese berechtigt, beispielsweise bei Verdacht auf eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit in Folge von Kratomkonsum ein toxikologisches Labor mit einem Spezialtest auf Alkaloide wie Mitragynin zu beauftragen. Laut Aussage der Polizei spielt Kratom bisher keine nennenswerte Rolle bei Verkehrsunfällen, Prävention ist jedoch dennoch wichtig, weshalb Experten vor allem auf Aufklärung und die Eigenverantwortung jedes einzelnen Kratomkonsumenten setzen.
So bereiten Sie sich auf Tests vor, wenn Sie Kratom einnehmen
Wenn Sie regelmäßig Kratom konsumieren und ein Drogentest ansteht, informieren Sie sich zunächst, um welche Art von Test es sich handelt. Bei einem normalen Screening wird Kratom wahrscheinlich nicht erkannt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie den Kratomkonsum mindestens eine Woche vor dem Test einstellen. Alkaloide haben eine Halbwertszeit von 24–36 Stunden, sind aber auch noch nach längerer Zeit im Körper nachweisbar.